1992/93 - Dixi verabschiedet sich als Leiter des HaSiWe, in den Wochen und Monaten danach findet sich ein neuer Vorbereitungskreis um wolf herum.

Wolf erinnert sich:

 

Der Hamburger Singewettstreit geht weiter -
wir wagen viele Neuerungen

 

Dixi hört auf - die Schlagzeile in den bündischen Blättern nach dem 15. Hamburger Singewettstreit im Februar 1992. Fast alle Singewettstreit-Berichte schließen mit der Frage "... wird es überhaupt weiter gehen?"

 

Ein neuer Vorbereitungskreis findet sich

Das fragen sich auch viele Hamburger Pfadfinder. Als sich der Saal nach dem 15. Hamburger Singewettstreit geleert hat, stehen vereinzelte kleine Gruppen herum und beratschlagen, wie eine Weiterführung erreicht werden könne. Schon 11 Tage später treffen wir uns zu viert: finder (PBN), Will, ykke (beide VCP) und wolf (BCGP) in der Alten Wache, ein Pfadfinderheim des PBN. Wir sind uns einig: jeder will sich gerne engagieren - aber keiner sieht zu dieser Zeit, dass er sich ähnlich zeitaufwändig wie dixi oder Janning einbringen kann. Deshalb soll der Vorbereitungskreis (VK) auch möglichst 8 bis 10 Personen umfassen - wir vereinbaren nach weiteren Personen zu suchen.

Erste Ideen zur Veränderung werden protokolliert:

·        Es sollen auch Personen aus dem VK ausscheiden können und neue Personen hinzukommen können - die Veranstaltung soll möglichst nicht so auf eine Person zugeschnitten werden. Die Gesamtheit des VK soll den Hamburger Singewettstreit tragen.

·        Die Bedingungen für die Liederauswahl (also die Teilnahmebedingungen) sollen verändert werden.

·        Die Übernachtungsmöglichkeit in Steilshoop lehnen alle ab, die Idee ist eine dezentrale Unterbringung bei Hamburger Gruppen.

·        Das CCH passt von der Atmosphäre nicht zu einem bündischen Singewettstreit - können wir Alternativen finden?

Wir verteilen für die nächsten Wochen Arbeitsaufträge: Kontakt mit dixi (vor allem: wann müssen wir spätestens einen Vertrag mit dem CCH machen?), andere Veranstaltungsorte abfragen (Größe der Säle, Kosten, Belegungsfristen), weitere Personen für den VK suchen.

Beim zweiten Treffen am 25. März finden sich nunmehr acht Personen ein: Antje (BdP), Will, jipi und ykke (alle VCP), finder und kunja (PBN), seppl (APGH) und wolf (BCGP). Diese Mal bringt eine zu Beginn aufgestellte Tagesordnung eine deutliche Struktur in das fast vierstündige Treffen. Drei Punkte werden sehr schnell deutlich:

Die Zeit drängt!

Erstens: Wir müssen dringend einen Saal mieten! Für das kommende Jahr wieder das CCH - aus Zeitnot und Mangel an Alternativen. Wenn wir nicht sofort mieten ist auch der letzte freie Termin beim CCH belegt. Zweitens: Wir müssen die bündische Presse informieren, damit die im Sommer erscheinenden Zeitschriften den Fortgang des HS vermelden können. Dafür müssen wir (bei diesem Treffen!) Ansprechpartner festlegen.

Die Liste der Veränderungswünsche ist lang! ...zu lang?

Die Liste des ersten Treffens verlängert sich deutlich: Durchführung und Räumlichkeiten der Vorentscheidung; Teilnahmebedingungen und die Einteilung der Kategorien; Bewertungskriterien neu definieren und transparent machen; Ziele für die Gesamtveranstaltung definieren - damit wir wissen, warum wir bestimmte Dinge in dieser Form machen - dabei einen roten Faden in die Veranstaltung bringen; die Sammlung für einen guten Zweck verändern - Verwendung transparenter machen - mehr Geld zusammenbringen oder einstellen; Prämierung: möglichst ohne diese bisher üblichen Preise!; mehrere Veränderungswünsche zur Abendveranstaltung; Wünsche zur Qualitätssteigerung und Auswahl der Jury; Veränderungen beim Ordenereinsatz; Verbesserungen bei der Betreuung der Singegruppen. Die Auflistung im etwas feiner gegliederten Detail erfordert im Protokoll zwei Seiten.

Wir müssen Strukturen und Verantwortlichkeiten festlegen!

Und das wird dann auch zum Ende des zweiten Treffens gemacht. Es werden (vorläufige) Arbeitsbereiche festgelegt, in einigen Fällen sollen noch weitere Personen gezielt angesprochen werden. In drei Wochen trifft sich ein kleinerer Kreis um eine Pressemittelung zu erstellen, am 12. Mai will sich der ganze VK wieder treffen.

Die Zusammensetzung des VK unterliegt zunächst noch einigen Veränderungen. Dies bereitet bei der Zielbestimmung erhebliche Schwierigkeiten; haben doch die jeweils neu hinzustoßenden Personen eigene Vorstellungen, ihnen fehlt der Diskussionsprozess der vorherigen Treffen. Andererseits werden so immer wieder neue Ideen in den Kreis getragen und in den (immer wieder neu aufflammenden) Diskussionen müssen sich die bisher gefundenen Wege und Lösungen behaupten. Das führt mit fortschreitenden Sitzungen zu einer deutlichen Sicherheit in der Argumentation und zu einem gemeinsamen Weg, der dann auch unabhängig voneinander jeder in seinen bündischen Lebensbereich tragen kann. So unterschiedlich die ersten Zielvorstellungen sind (bündische Messe hier - hochkarätiger Singewettstreit dort), der VK hat für sich eine Zielvorstellung und auch einen Weg der Umsetzung gefunden. Man könnte sagen: Wir sprechen mit fortschreitender Zeit immer mehr mit einer Stimme.

Die Zusammensetzung des VK findet dann langsam sein entgültiges Gesicht:

Damit sind es 10 Personen aus 7 Bünden! Kurz vor dem Singewettstreit stellt sich dann heraus, dass finder am Tage des Singewettstreites verhindert sein wird, colius (auch vom PBN) übernimmt seine Aufgabe.

 

Zielvorstellungen

Der Hamburger Singewettstreit soll...

·        die Freude am Singen der bündischen Gruppen zeigen und weitergeben,

·        (neue) Lieder in den Bünden bekannt machen,

·        Begegnungsmöglichkeiten unter den Gruppen der verschiedenen Bünde ermöglichen (nicht nur in der Abendveranstaltung!),

·        das Singen der Gruppen auf hohem Niveau zeigen und damit Ausstrahlung auf die bündische Szene behalten,

·        die Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe zeigen, in dem Spenden für ein konkretes Hilfsprojekt gesammelt werden.

 

Die neuen Ideen umsetzen

 

Neues Logo

Als sichtbares Zeichen einer neuen Etappe beim Hamburger Singewettstreit wollen wir mit einem neuen Logo aufwarten, es solle das Singen und Musizieren in den Bünden darstellen. Wir wählen den Notenschlüssel und das Halstuch - rotbart als anerkannter Graphiker entwirft dieses Zeichen.

 

Veränderungen bei den Teilnahmebedingungen

Im Wesentlichen bleibt es in den Kategorien "Sippen" und "Stämme" bei den alten Regelungen. In der Kategorie der "Sippen" ziehen wir eine Altersobergrenze bei 17 Jahren ein (ausgenommen die/der SippenführerIn), um besonders jüngeren Sippen den Zugang zur Bühne zu erleichtern. In der Liedauswahl machen wir ein deutsches Lied anstelle des bisherigen Fahrtenliedes zur Pflicht - uns scheint die Grenzsetzung hier doch etwas zu willkürlich. Anstelle der Kategorie der "Singekreise" führten wir eine "offene Kategorie" ein, in der die singenden Gruppen kreativ-experimentelle Wege der Musik ausprobieren soll - reine szenische Darbietungen sind dabei nicht erlaubt.

 

Vorentscheidung:

Es werden deutlich mehr Anmeldungen von Singegruppen erwartet, als Singegruppen am Abend zur Endausscheidung auftreten können. Das wird grundsätzlich als gut angesehen, dadurch ist zu erwarten, dass die Beiträge am Abend hochwertig sind. Bei der zu erwartenden Qualität der Beiträge lohnt sich auch eine Anreise aus dem ganzen Bundesgebiet, so dass das CCH mit 3000 Plätzen gefüllt werden kann.

Bisher findet die Vorentscheidung auf dem Stintfang (Jugendherberge) in engen Räumen und ohne Zuhörer statt. Singegruppen, die dort ausscheiden, haben nicht vor Zuhörern gesungen und sind (nur dafür) teilweise von weither angereist - eine Würdigung ihrer Vorführung kann nicht erfolgen. Für die Vorentscheidung können wir das Hauptgebäude der Universität mit 7 Sälen (der größte mit 450 Plätzen) bekommen. Damit beginnt der Singewettstreit nunmehr auch wirklich mit der Vorentscheidung, und vor Publikum! Damit wird (ein wenig) der übergroße Druck von den Singegruppen genommen, erfolgreich sein zu müssen, um überhaupt auf eine Bühne zu kommen. Jeder Singegruppe hat so ihren garantierten Auftritt - einige Gruppe sogar zwei Auftritte.

Damit muss für die Vorentscheidung eine ganz neue Planung aufgestellt werden, u.a. für das weitläufige Gebäude eine Empfangs- und Organisationszentrale, eine neue Ordnerstruktur und die Ausschilderung des Gebäudes. Der Übergang vom Uni-Hauptgebäude zum CCH ist besonders sensibel: während das Unigebäude noch nicht verlassen ist (Hoffnungsläufe, Abbau und Aufräumen) müssen im CCH schon die ersten Personen im Einsatz sein.

Damit finden nunmehr die Vorentscheidungen vor Zuhörern statt, zum Auftritt gibt es eine Bühne, eine gesonderte Jury aus drei Personen übernimmt die Bewertung, die Singegruppen haben die Möglichkeit sich im weitläufigen Gebäude einzusingen. Zuhörer haben zu dieser Veranstaltung freien Eintritt.

 

Jury

Bisher gibt es eine Jury für die Endausscheidung, in der Vorentscheidung werteten die Leiter der Singegruppen die Beiträge der Mitbewerber. Es soll in den Vorjahren nicht selten vorgekommen sein, dass durch taktierendes Werten die eigene Gruppe in der Wertung der Vorentscheidung besser platziert werden konnte - das wollen wir grundsätzlich ausschließen. Neben der Abendjury müssen wir also sieben weitere Vorentscheidungen mit jeweils drei Juroren ausstatten. Das heißt, mit einigen Ersatz-Juroren (krankheitsbedingte Ausfälle sind immer zu erwarten) benötigten wir nunmehr etwa 30(!) Juroren - das sechsfache der bisherigen Zahl! Und wir streben eine deutliche Steigerung der Qualifizierung unserer Juroren an: sie müssen ausgewiesene Erfahrungen in der Chorleitung haben (z.B. Teilnahme als Singegruppenleiter an -möglichst mehreren- Singewettstreiten, neben bündischer Erfahrung auch berufliche Qualifizierungen oder ähnliches. Damit ist Antje ganz schön gefordert, sie muss Kontakte in viele Bünde hinein aufbauen und entsprechend qualifizierte Juroren zu gewinnen. Und es gelingt!

In der Vorentscheidung bekommen die Juroren noch einen zusätzlichen Auftrag: Am Ende einer jeden Vorentscheidung sollen sie nicht nur die Gewinner verkünden, sondern ihre Bewertungsbögen offen legen und den ausgeschiedenen Singegruppen Auskunft über die Bewertung und Hinweise zum Singen zu geben - es ist uns wichtig, für die Weiterentwicklung des Singens in den bündischen Gruppen Hilfestellungen zu geben. Bei entsprechend qualifizierten Juroren ist der gesammelte Fachverstand vorhanden - wir wollen dazu beitragen, dass er genutzt wird. Zu erwähnen ist an dieser Stelle noch: erstmals bekommen die Singegruppen vor dem Hamburger Singewettstreit die Bewertungsbögen der Jury vorab zugeschickt - sie wissen also, nach welchen Kriterien sie bewertet werden und können ihr Singen darauf einstellen.

 

Liederbuch

Die Lieder der singenden Gruppen sollen - so unsere Vorstellung - in die Bünde getragen werden, Ziel ist eine Steigerung der Aktivitäten in den Bünden. Die dafür notwendigen Noten und Texte wollen wir bereitstellen. Dafür müssen nunmehr die Singegruppen schon weit vor dem Singewettstreit -ihre Lieder- einreichen, damit ein Liederbuch hergestellt werden kann. Unser Ziel ist: Schon beim Singewettstreit soll dieses Liederbuch vorliegen und verkauft werden können. Ägypten hat diese logistische Leistung hinbekommen: In der Pause der Endausscheidung kann das Liederbuch erstanden werden.

 

Dezentrale Unterbringung

Das große Quartier in Steilshoop, mit seinen fragwürdigen bündischen Ausfall-Erscheinungen ist uns allen ein Dorn im Auge. Grundsätzlich wollen wir die Kontakte unter den bündischen Gruppen fördern. So liegt es nicht fern, die Erfahrungen einiger weniger Hamburger Gruppen, die auch in früheren Jahren Gastgeber in ihren Stammesheimen waren, für einen größeren Kreis zu organisieren. Jipi hat den Kontakt zu einer größeren Zahl von Hamburger bündischen Gruppen aufgenommen und Übernachtungen (meist verbunden mit einer Nachfeier) akquiriert. Singegruppen oder auch Zuhörer, die keine eigenen Kontakte zu Hamburger Gruppen haben, vermittelt jipi entsprechende Adressen.

 

Das Spendenprojekt Alba Julia

In den letzten Jahren werden einige tausend DM für die SOS-Kinderdörfer gesammelt. Wir wollen versuchen, ein Projekt zu finden, das unsere bündischen Gruppen möglichst besuchen können und, eventuell selber mit Hand anlegen können. Der Beginn der 90-er Jahre des letzten Jahrhunderts ist die Zeit der Öffnung des Ostblocks - in dieser Zeit giebt es viele Meldungen von unhaltbaren Zuständen in dortigen Kinderheimen. Mit Hilfe der eigenen Kontakte kann URIom ein Waisenhaus in Alba Julia (Rumänien) ausfindig machen, das westliche Hilfe dringend gebrauchen kann. Ein (deutscher) Pastor, der die Einrichtung leitet, scheint uns Garant zu sein, dass die Gelder nicht irgendwo versickern. Ohne irgendwelche Verwaltungsabzüge sollen sie zu einhundert Prozent in der Einrichtung ankommen.

Wir verpflichten alle Besucher mit einem Zwangsaufschlag von 3 DM auf die Eintrittskarte (aber auch jedem Sänger, Ordner, Jury-Mitglied - also für alle!) sich dieser Hilfe anzuschließen (vor allem dafür erhalten wir in der bündischen Presse im ersten Jahr viel Kritik). Mit einigen Spenden erwarten wir 10.000 DM - eine Summe, mit der auch wirklich sichtbar einiges bewegt werden kann.

In den ersten Jahren sind einige Gruppen in Alba-Julia gewesen. Sie haben sich vor Ort  von der Wirksamkeit der Hilfe überzeugt - die bündischen Besucher haben auch stets große Mengen im Westen gespendetes oder gekauftes Material mit nach Alba Julia genommen. Auch URIom hat das Waisenhaus besucht - den Zuhörern im CCH wird davon auf den folgenden Singewettstreiten berichtet.

Der Augsburger Singewettstreit schließt sich mit einer eigenen Sammlung unserem Projekt an, so dass insgesamt im ersten Jahr über 13.000 DM zusammen kommen - ein schöner Erfolg für das Waisenhaus in Alba Julia.

 

Prämierung der Sieger: keine Sachpreise mehr

In den Vorjahren werden an die Sieger und an einige andere Gruppen (z.B. für das schönste deutsche Volkslied) Sachpreise vergeben. Der neue VK hat die bisherigen Spender dieser Sachen zu Spenden für Alba Julia aufgefordert - in einer Zeit des Überflusses passt nach unserer Vorstellung nicht mehr das Verteilen von Sachspenden (Hordentopf, Kohte, Kuchen). Es passt auch nicht in den Rahmen, wenn wir die Bedürftigkeit der Waisekinder in Alba Julia vorstellen. Ein wertvoll gestaltetes Buch, mit geschnitztem Holzeinband wird an die Erstplatzierten verteilt. Sie sollen sich in diesem Buch verewigen (eigene Gestaltung der Seiten), das Buch wird in den kommenden Jahren weiter gereicht.

Schlussbemerkungen

Der VK hat sich nach meinen Aufzeichnungen zu 10 abendlichen Sitzungen getroffen. Ich erinnere mich an Sitzungen die sich bis weit nach Mitternacht hinziehen. Wir sind die ganze Zeit einem starken Zeitdruck ausgesetzt. Anfangs sind es die unbedingt anstehende Buchung des Veranstaltungsortes und der bevorstehende Redaktionsschluss der bündischen Presse, später sind es die von uns herbeigeführten Veränderungen, die immer wieder so zeitig zum Abschluss gebracht werden müssen, bis die nächste Post an die Singegruppen zum Versand bevorsteht.

Es gibt viele zusätzliche Treffen von Teilgruppen, um Einzelheiten zu regeln: Textformulierungen müssen erstellt werden, mit möglichen Juroren muss die Bewertungskriterien einer Tauglichkeitsprüfung unterzogen werden, wir besuchen das CCH, viele größere (Veranstaltung-)Gebäude, bevor wir uns für das Uni-Hauptgebäude entscheiden. Es gibt Treffen mit Redakteuren der bündischen Presse, es gibt ein Interview, Absprachen mit der Feuerwehr und dem Hausmeisterpersonal der Universität.

Irgendwann im Mai muss es dann gewesen sein: Finder und ich treffen uns mit der Geschäftführung des CCH, wir unterschreiben den Mitvertrag: Nunmehr sind wir in der Pflicht - der Singewettstreit muss stattfinden - die reinen Mietkosten von über 15.000 DM entstehen auch dann, wenn der Singwettstreit ausfallen sollte - etwas schummerig ist uns schon bei dieser Verantwortung.

Viele der Aufgabenbereiche bedürfen einer größeren Kommunikation: Es werden über 200 (frühere) Singegruppen eingeladen, damals noch alles mit der Post. Auch die Anmeldung, die Kartenbestellung und die Standreservierung erfolgen per Post - alleine davon existieren zwei Aktenordner. Heute selbstverständlich - damals vor 15 Jahren jedoch neu - arbeiten wir im VK größtenteils mit einem Rechner: Die bündische Presse hält es in einer Meldung für erwähnenswert, dass die Kartenbestellung und Kartenzuteilung per PC abgewickelt wird. Mailadressen sind zu dieser Zeit noch rar gesät, unsere Protokolle schreibe ich auf dem Rechner und versende sie dann mit der Post.

Nach 1993 darf ich weitere zwei Hamburger Singewettstreite als Sprecher des VK fungieren. Die Erfahrungen des ersten Singewettstreites bewirkten, dass wir in den Folgejahren mit etwa der Hälfte der Vorbereitungstreffen auskommen. Zudem können wir Kleinigkeiten, die wir verändernswert hielten, auf der Grundlage der bisherigen Organisation leichter verbessern. An den Neuerungen haben wir in den zwei Folgejahren nichts Wesentliches mehr verändert. Im VK gibt es einige personelle Veränderungen, die jedoch ohne größere Probleme bei der Vorbereitung und Durchführung des Singewettstreites bleiben.

Nach dem Hamburger Singewettstreit 1995 scheiden dann Antje und ich aus dem VK aus; Antje aufgrund ihrer beruflichen Veränderung. Meine Frau und ich erwarteten unser zweites Kind – zukünftig will ich mehr Zeit für die Familie haben. Besonders freut mich, dass unser gleichzeitiges Ausscheiden zu keinen größeren Turbulenzen im VK geführt hat, es werden neue Personen für unsere Aufgaben gefunden - der Hamburger Singewettstreit kann weiter ausgetragen werden. So habe ich mir die personellen Veränderungen in einem VK einer bündischen Großveranstaltung vorgestellt.

wolf, im Januar 2007

Anmerkung:

In der Festschrift zum 30-jährigen Jubiläum erschien dieser Artikel nur in einer sehr stark (fast bis zur Unkenntlichkeit) gekürzten Version.