Fahne
Traditionell haben Pfadfindergruppen (von der Sippe / Gruppe bis hin zum Bund / Verband) ihre eigenen Fahnen; üblich ist auch die Bezeichnung Wimpel, insbesondere bei den Sippen. Siehe auch Fahnenmast.

 

Fahnenmast
An ihm wird am Lagerplatz tagsüber die Fahne gehisst. Welche Fahne es ist kommt auf die Art des Lagers an. Bei einem Landesmarklager ist es die Landesmarkfahne, bei einem Gaulager ist es die Gaufahne, bei einem Regionslager ist es die Regionsfahne. Bei einem Stammeslager die Fahne des jeweiligen Stammes. Wichtig ist auch die Anordnung der Fahnen, d.h. bei Fahnen mehrerer Ebenen hängt eine Fahne umso höher, je höher die Ebene ist. Das bedeutet konkret, das die Fahne einer Landesmark immer höher hängen muss, als die Fahne eines Gaues, die am gleichen Mast hängt. Unterhalb der Gaufahne darf die Stammesfahne hängen usw. Bei Einbruch der Dunkelheit wird die Fahne eingeholt und sicher verwahrt, v.a. um Störtrupps vorzubeugen.

 

Fahrt / Fahrten
Wanderungen und Reisen innerhalb Deutschlands oder auch ins Ausland i.d.R. ohne einen festen Lagerplatz, die Gruppen suchen sich von Tag zu Tag einen neuen Übernachtungsplatz. Üblich sind hier v.a. Wanderungen zu Fuß (sog. Hajkes), Fahrradtouren, Kanufahrten oder mit allen anderen möglichen Gefährten. Längere Fahrten bezeichnet man als Großfahrt. Auf einer Fahrt wird nicht nur die fremde Gegend, sondern auch die Kultur und die Lebensweise der Bevölkerung, etc. erkundet.

 

Fahrtenhemd
Die Mitglieder der meisten Bünde (Verbände) tragen Hemden (die Fahrtenhemden) in der Farbe ihres Bundes, sie werden traditionell auf Veranstaltungen dieses Bundes getragen, auf Fahrten, Lager und allen anderen Veranstaltungen. Bei einigen Bünden werden sie auch "nur" zu besonders feierlichen Anlässen getragen.

  

Fahrtenliederbuch
-folgt-

  

Fahrtenname
Vor allem eine bündische Tradition ist es, dass die Mitglieder von bündischen Gruppen Fahrtennamen (Spitznamen) bekommen - teilweise gerät der bürgerliche Name (fast) in Vergessenheit; Beispiele: Jeder weiß wer bei Axi oder tusk gemeint ist.

 

Familienwoche
Die Familienwoche ist eine der besucherstärksten Veranstaltung der Vereinigung Jugendburg Ludwigstein e.V., die jeweils um Ostern herum auf der Burg Ludwigstein stattfindet.
Infos unter www.familienwoche.de (externer Link).

 

Ferienaktionslager
Von einigen Stämmen im Rahmen der Ferienprogramme der Jugendringe und des Ferienpasses angebotenes Schnupperlager. Häufig mit einem Geländespiel. Ziel ist u.a. auch die Werbung neuer Mitglieder für Pfadfindersippen.

 

Fest der Kulturinitiative
Jährliche Veranstaltung (Treffen) der Kulturinitiative.

 

Feuer
Der zentrale Ort der Bündischen Jugend auf jeder Veranstaltung: Auf dem Feuer kochen, um das Feuer (als Mittelpunkt) herum sitzen (Gemeinschaftsstiftend, wärmend - abends, nachts, in der kalten Jahreszeit), das Feuer leuchten lassen: sich unterhalten, singen, spielen, philosophieren, träumen, planen, diskutieren, streiten, ... Das Feuer als faszinierender und magischer Anziehungspunkt / Mittelpunkt der bündischen Gemeinschaft.

 

Feuerrunde
...oder auch Abschlussabend wird üblicher Weise der letzte Abend auf einem (größeren) Pfadfinderlager genannt, dieser wird oft als eine Art "Bunter Abend" gestaltet. Dafür werden meist verschiedene Vorbereitungen getroffen. Sippen bereiten Spiele und Sketche vor, neue Lieder werden eingeübt, die Küche bereitet ein besonders leckeres Essen vor, zu besonderen Anlässen gibt es Tschai.

 

Feuertechnik
So bezeichnet man umfassend alle Dinge, die mit dem Aufbau eines Lagerfeuers zu tun haben. Dazu gehört u.a. die Verwendung der richtigen Holzarten, die Unterscheidung zwischen Koch- und Wärmfeuer, verschiedene Arten eines Lagerfeueraufbaus, Sicherheitsbestimmungen,... Das Feuer kann in einer Grube oder Mulde, in einem Steinring oder auch auf einem Feuertisch angelegt werden.

  

Feuertisch
Holzkonstruktion in der Lagerküche, die auf längeren Lagern errichtet werden kann.. Dient der Vor- und Zubereitung der Speisen, der Trocknung von Feuerholz, dem Warmhalten von Speisen. Weiterer Vorteil: Das Feuer brennt nicht am Boden, sondern in einer für den Lagerkoch angenehmeren Höhe. Die Grasnarbe wird durch das Feuer nicht beschädigt.
-> Lagerbauten

 

Fischer, Karl
(1881 - 1941) Übernahm 1900 die erste Gruppe von Wandervögeln von Hermann Hoffmann und baute die Bewegung bis 1904 erheblich aus. Aufgrund seines totalen Führungsanspruchs kam es im Juni 1904 zu internen Spannungen, worauf er seinen Austritt erklärte. Das führte zur Spaltung des Wandervogels in den Steglitzer Wandervogel (e.V.) und den Altwandervogel (AW). Er führte seine Arbeit bis 1906 im Altwandervogel weiter und sorgte durch großes Engagement für seine deutschlandweite Verbreitung. 1906 Ausschluss aus dem AW nach erneuten Streitigkeiten.

 

Fleecestoff
Extrem leichtes Material, das die Feuchtigkeit nicht speichert und wenn es doch einmal nass ist sehr schnell wieder trocknet. Es ist angenehm auf der Haut zu tragen und v.a. warm. -> Fleecejacken, Fleeceinlett

 

Freideutsche Jugend
Lose Dachorganisation verschiedener jugendbewegter und lebensreformerischer Vereinigungen. Das Treffen auf dem Hohen Meißner 1913 verstand sich als Erster Freideutscher Jugendtag. Während der Meißnertagung gegründet. 

 

freies bildungswerk balduinstein e.V.
Das "freie bildungswerk balduinstein e.V.", hat die Burg Balduinstein seit dem 22. Mai 1974 gemietet und dann im Jahre 1979 käuflich erworben - es ist also die Trägerin der bündischen Begegnungsstätte Burg Balduinstein..

 

Freizeit
Im Gegensatz zum Zeltlager findet eine Freizeit in einem festen Gebäude statt (Versuch einer Unterscheidung). Freizeit ist eher ein Begriff der Jugendarbeit bzw. der Jugendpflege. Fahrtengruppen gehen in der kalten Jahrezeit auch auf Fahrt, wenn sie in einem Heim unterkommen.

 

Fritsch, Horst
(1919 bis 2007), ab 1929 Mitglied der Schilljugend - Bund Ekkehard e.V., 1933 mit der Überführung in des Deutsche Jungvolk (DJ), dort Führungsaufgaben und später Pressestellenleiter, bis zum Verbot wegen "bündischer Umtriebe". Ab 1947 Mitglied der Freischar, Gruppenaufbau in Schwaben, 1948 Leiter des Bundesmusikamtes, 1949 Führer des Gaues Schwaben, 1954 bis 1962 Bundesführer der Freischar; in dieser Zeit Gründung der ZEITUNG (Bundesschrift). Ab 1948 baut er den Südmarkverlag auf - der Verlag wurde mit der Zeit das Zentrum der bündischen Szene in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg. Horst war mit seinem Verlag am Zustandekommen des großen überbündischen Treffen 1977 auf dem Allensbacher Hof.
Nach einer kaufmännische Ausbildung wurde er Soldat, zuletzt Hauptmann und Kompanieführer, verletzt geriet er in amerikanische Gefangenschaft. Er arbeitete 40 Jahre als kaufmännischer Angestellter bei Carl Zeiss (Oberkochen); verheiratet seit 1944 mit Friedel (geb. Haase), die in der Freischar aktiv war und maßgeblich am Zustandekommen und Erfolg des Südmarkverlages beteiligt war. [Angaben aus ZEITUNG 1/2007 und STICHWORT 1/2007] 

 

Fritz, Michael
(Fahrtenname siddha) -folgt-

 

führen
meint mehr als "anleiten" oder "leiten", bei Bündischen und Pfadfindern zu verstehen als "vorangehen", den Weg "weisen", wobei als Vorbild der Weg als erster gegangen (gezeigt, vorgemacht), also auch mitgegangen wird; siehe auch Führer.

 

Führer
Bei Pfadfindern und Bündischen übliche Begriff für den heute üblichen "Leiter", meint mehr als das Wort "leiten" ausdrücken kann, etwa: das Vorangehen, das Vor-Gehen (Vor-Leben, Vorbild-Sein) in einer für Kinder und Jugendlichen noch unsicheren Welt, im Sinne eines Bergführers. Der Begriff ist geschichtlich vorbelastet und hat nichts mit dem blinden "Führer befiel, wir folgen dir" eines Hitlers gemeinsam. Jugendbewegte oder pfadfinderische Führer entsprechen i.d.R. eher einem älteren Freund, der verantwortungsbewusst und vertrauensvoll dem jungen Menschen vorangeht.

 

Führerrunde
s. Stammesrat.

 

Funzel
Ein umgangssprachlicher Begriff für eine Taschenlampe.